Breeders Trust stoppt illegalen Grassamenhandel aus Bulgarien

Brüssel – 7. Mai 2013: Der in Brüssel ansässige Breeders Trust hat dem illegalen Grassamenhandel in diesem Frühjahr einen empfindlichen Schlag versetzt. Über Bulgarien wurden bis vor kurzem große Mengen unzertifizierten Saatguts in die Europäische Union eingeführt. Es war den Grassamenfirmen bereits seit Jahren ein Dorn im Auge, dass unter anderem über den Hafen von Varna Welsches, bzw. Einjähriges Weidelgras eingeführt und von dort in ganz Europa vertrieben wurde. In verschiedenen südlichen Mitgliedsstaaten wurden die Grassamen umetikettiert und mit illegalen Zertifikaten versehen, worauf das Saatgut als zertifizierte Grassamen in Europa vermarktet wurden.

Corné van Beers, Project Manager bei Breeders Trust, erklärt, dass ein Besuch im Frühjahr 2012 beim Landwirtschaftsministerium in der bulgarischen Hauptstadt Sofia Früchte getragen hat. Aufgrund einer gründlichen Analyse stellte sich heraus, dass Bulgarien beim illegalen Import und Vertrieb von Grassamen eine Schlüsselposition einnahm. Dank dieser Analyse konnte Breeders Trust Druck ausüben und dafür sorgen, dass die bulgarischen Behörden zusätzliche Zollkontrollen auf Grassamenchargen ausführte, die im Hafen entladen werden. Die Mitarbeit der bulgarischen Behörden war hierbei entscheidend, um eine effiziente Überwachung und dementsprechende Verminderung des illegalen Imports zu bewerkstelligen.

Die Statistiken weisen aus, dass der Export italienischen Weidelgrases aus Bulgarien nach Italien in den vergangenen Jahren immer weiter zunahm (bis zu gut 1.200 Tonnen im Jahr 2011). Ab Juni 2012 ist in Italien die Einfuhr von Grassamen aus Bulgarien ganz zum Stillstand gekommen. In Reaktion darauf ist die Einfuhr von legalen (zertifizierten) Grassamen aus den USA gestiegen.

Bemerkenswert ist, dass Viehzüchter in Bulgarien nur sehr wenig Welsches, bzw. Einjähriges Weidelgras für die Produktion von Silage sähen. Sie sähen Grasarten bulgarischen Ursprungs, die für die Wachstumsbedingungen vor Ort geeignet und angepasst sind. Das deutet laut Van Beers darauf hin, dass die illegalen Händler den bulgarischen Hafen m. o. w. ausschließlich für den Durchgangshandel der illegalen Grassamen nach Europa genutzt haben.

Die Einfuhr von Welschem Weidelgras (Lolium multiflorum) aus den USA & Uruguay nach Bulgarien stieg in wenigen Jahren bis auf ca. 2.000 Tonnen im Jahr 2011 an, mit einem Handelswert von mehr als 1,3 Millionen Euro. Nach der verschärften Einfuhrkontrolle Anfang 2012 stagnierte der Zuwachs und im vergangenen Jahr wurden nur 175 Tonnen Grassamen über den Hafen von Varna eingeführt. Die Branche in Italien hat positiv reagiert und meldet, dass der italienische Grassamenhandel dadurch transparenter geworden ist. Breeders Trust teilt inzwischen mit, dass es die Ermittlungen gegen illegale Aktivitäten in der Grassamenbranche voller Energie fortzusetzen gedenkt.